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Dienstag, 12. Juli 2016

Nachschuss: Verdiente Europameister?

Es ist unfair, alles miteinander. Aber das ist egal, weil Fairness kennt der Fußball nicht. Gerechtigkeit auch nicht. Denn dann wäre Portugal schon vor 12 Jahren Europameister geworden und nicht erst jetzt. Portugal, das Brasilien Europas, das bekannt gwesen ist für einen soliden Kader ohne große Namen aber mit viel Spielfreude und Leidenschaft. Sie sind bekannt für das schönste Rot, das es je auf Fußballtrikots geschafft hat. Und sie sind bekannt für Cristiano Ronaldo, den besten Fußballer der Welt. Er hat es nun geschafft, ihm ist das gelungen, was Messi nicht gelungen ist: Den großen Titel mit der Nationalmannschaft zu holen. Und es ist Portugals erster großer Titel.

Der Europameistertitel für Portugal ist ziemlich gleich entstanden wie der WM-Titel für Deutschland. Nur noch extremer, in Euro-Manier. Europameisterschaften werden nämlich gerne mal von Außenseitern gewonnen. Deswegen ist der Erfolg von Island oder Wales eh gar nicht so überraschend. Überraschend ist vielmehr, dass es diesmal der ewige Geheimfavorit war. Denn die Euro gewinnen entweder Außenseiter oder Favoriten. Die Geheimfavoriten spielen bei den Euros eher die Rolle der Enttäuschenden, siehe Belgien. Aber Portugal, das, wie in jedem Turnier, als Geheimfavorit gestartet war, rutschte zusehends in die Rolle des Underperformers. Schon nach dem Spiel gegen Österreich wunderte man sich, was denn diesmal mit Portugal los sei. Dann das Spiel gegen Ungarn. Drei schöne Tore, wie portugiesisch! Leider hinten auch drei bekommen, sei's drum, bei dieser EM scheiden nur die schlechtesten Gruppendritten aus. (Wenn man die Regel so formuliert, wird es übrigens ganz klar, was bei diesem Turnier nicht gestimmt hat: Du musst richtig schlecht sein, um nicht ins Achtelfinale zu kommen. Nicht nur Nordirland-schlecht, sondern Russland-schlecht, Schweden-schlecht oder gar Österreich-schlecht!)

Dann kommt man mit Tugenden ins Finale, die man bisher nur von Italien oder auch Deutschland kannte. Taktisch diszipliniertes Spiel, sogar tendenziell defensiv angelegt, aber vor allem vorsichtig. So, jetzt haben sie uns enttäuscht, die Portugiesen. Sie spielen keinen westiberischen Hurra-Stil mehr, und dieser Ronaldo, der ist also doch ein ganz schlechter und für gar nichts gut. Wie ungerecht, dass so eine Mannschaft ins Finale kommt! Hätte man Portugal vor dem Turnier ins Finale getippt, hätte man höchstens zustimmendes Kopfnicken geerntet: "Jaja, Portugal! Immer gefährlich! Geheimfavorit!" Und dann standen sie tatsächlich im Finale und jeder meinte nur: "Schwach, nur Unentschieden gespielt! Nur hinten drin gestanden! Ronaldo sowieso schlecht!" Da hatte man vielfach schon vergessen, dass Portugal nominell eigentlich die zu favorisierende Mannschaft gewesen wäre - in ihrer Hälfte des Playoff-Baumes nämlich.

Das eigentliche Skandalon dieser EM ist, dass Italien gegen Deutschland verloren hat. In einem der furchtbarsten Elfmeterschießen, das ich je miterleben musste. "Wieder einmal Glück gehabt, die Deutschen!", hätte man sich denken können. Stattdessen beschworen die Deutschen nach dem Aus gegen Frankreich ihr Pech, und inszenierten sich als Opfer der fußballgöttischen Ungerechtigkeit, anstatt zu erkennen, dass gegen Italien schon hätte Schluss sein müssen. Logischer- und auch gerechterweise!
Und Frankreich? Großartige Mannschaft, die es genauso verdient gehabt hätte, das Turnier zu gewinnen. Nominell vielleicht das stärkste Team dieser Euro, mit Glanzmomenten von Payet in den ersten beiden Spielen, dann kam Griezmann, der große Star dieser Euro; und in deren Schatten mächtige Aufblitzer von Sissoko, Coman, Pogba und Konsorten. Fußballherz, was willst du eigentlich mehr als dieses Frankreich?

Europameister werden zum Beispiel. Doch das sind die geworden, die es sich in den letzten 12 Jahren am meisten verdient haben. Sie werden Europameister, weil sie es vorher nicht geworden sind. So wie Deutschland erst 2014 die Versprechen eingelöst hat, die seit dem Sommermärchen von 2006 bestanden. Portugal ist verdienter Europameister. Das wird einem aber nur klar, wenn man über diese EM hinausblickt. Portugal musste in die Geschichte eingehen und diesen Titel holen. So wie Holland 1988 Europameister werden musste, weil sie 1974 und 1978 nicht Weltmeister geworden waren. Das ist vielleicht doch die fußballerische Gerechtigkeit: Dass Nationen, die sich um den Fußball verdient gemacht haben, irgendwann doch belohnt werden.

Und CR7? Er ist nun doch der beste Fußballer der Welt, ob man ihn mag oder nicht. Dass sich allerdings die mediale Berichterstattung nur um ihn dreht, als hätte er den Titel im Alleingang geholt, ist lächerlich. Nicht nur, weil er kein besonders tolles Turnier gespielt hat, und im Finale so gut wie gar nicht anwesend war (außer in der Coachingzone), sondern auch, weil dieses Ronaldo-Abfeiern Portugals Triumph alles Würdige nimmt. Nämlich auch viel von dem, was vor diesem Turnier passiert ist. Das ist schade. Aber Ronaldo wird das wurscht sein. Mir eh auch, so wie mir diese ganze EM eigentlich recht wurscht war.

Genießt still im Schatten von CR7: Fernando Santos

Freitag, 17. Juni 2016

Über die Hoffnung

Von Hegel gibt es bekanntlich den Satz, dass das Tragische an der Tragödie nicht ist, dass A Recht hat und B nicht, sondern dass beide Recht haben. Von Schneckerl Prohaska gibt es den folgenden Satz: "... Weil du oft sagst: gegen die haben wir keine Chance. Aber in Wahrheit rechnest du dir immer eine Chance aus!"

So weit eine solche Gegenüberstellung auch hergeholt scheint, Herbert Prohaska und Georg Wilhelm Friedrich Hegel haben mehr miteinander zu tun, als man zunächst glauben möchte. Die Tragik im Fußball liegt nämlich unter anderem auch darin, dass nicht immer der gewinnt, der gewinnen sollte. Gleichzeitig bezeichnet dieser Umstand die Hoffnung (für die Außenseiter) und die Angst (der Favoriten). Hoffnung und Angst treiben das runde Leder 90 Minuten lang zwischen A und B hin und her, die immer beide Recht haben.


Für Österreich hat das natürlich wieder bittere Folgen. Weil zunächst die Hoffnung die allergrößte war, und jetzt haben wir nicht einmal mehr Angst vor dem Ausscheiden, weil wir im Geiste (Hegel!) sowieso schon ausgeschieden sind. Unsere Chance ist jetzt eigentlich nur noch die, dass wir uns in unserer Grundbefindlichkeit der Erwartungslosigkeit suhlen können und urösterreichische Topoi abspielen können: "Warum immer wir?", "Die können ja sowieso nix.", "Zawos samma überhaupt dabei" etc.

Vollkommen fremd ist uns das, was die anderen kleinen Mannschaften auszeichnet (und eine solche sind wir - FIFA-Weltrangliste hin oder her): Froh sein, dabei sein zu dürfen und schauen, was geht. Sonst sind wir die Weltmeister des "Schauma moi", aber bei der Fußball-EM haben wir sogar das Schauen verlernt. Portugal - ein übermächtiger Gegner? Ohne Junuzovic und Dragovic eh keine Chance? Island viel zu stark? Ich würde sagen: Schauma moi!



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Weil wir vorher von der Tragödie gesprochen haben: Die große Faszination am Sport überhaupt, am Fußball aber im besonderen, ist, dass der Erfolg des einen die Schmach des anderen bedeutet. Nirgends wird das deutlicher als beim Fußball mit seinen wenigen Toren. Was viele Nicht-Fußball-Fans und Amerikaner an diesem uns so lieben Sport bemängeln, nämlich seine ihm scheinbar inhärente Langeweile aufgrund der meist wenigen Highlights, ist in Wahrheit der Zunder des Zurückhaltenden. Mir fällt nämlich spontan auch keine Sportart ein, in der, je höher die Spielklasse ist, desto weniger Punkte (= Tore) gemacht werden.


Bei dieser EM fällt auf, dass die wichtigen Tore alle sehr spät gemacht werden. Denn je später der Zeitpunkt, desto wichtiger natürlich das Tor! Das wissen vor allem die Franzosen, die mir nach zwei Spielen trotz aller Probleme wirklich gut gefallen. Da ist Herz dabei und ein bisschen Hirn auch, gepaart mit krassen Entscheidungen des Teamchefs Dechamps. Dann noch der einzige wirkliche EM-Held bisher, nämlich Payet, der jetzt bei zwei Toren hält. So wie Bale (zwei geniale Freistöße) und der Rumäne Stancu (zwei Elfmeter). Sind die Franzosen gerade dabei, sich in einen Groove zu spielen? Wenn ja, wäre es vielleicht schlecht, im dritten Spiel, das jetzt reine Formsache ist, die dritte Garnitur rauszuschicken, und stattdessen unbekümmert zu versuchen, mehr Tore früher im Spiel zu erzielen.


Und England? Zitterpartie gegen die wirklich guten Waliser, ebenfalls spätes (sehr spätes) Erlösungstor durch Sturridge. Zwei halbwegs gute Halbzeiten in zwei Spielen - das wird in der KO-Phase zu wenig sein. Und aufs Elfmeterschießen verlässt man sich als Engländer besser nicht!

Deutschland hat das typisch unbeeindruckende Spiel gegen Polen hinter sich gebracht, was erwartbar war und im Falle der Deutschen wie immer genau gar nichts aussagt. Auffällig war bei den Deutschen bisher sowieso nur Jogi Löw.

Heute sehen wir auch wieder den Europameister, dessen Ziel es zu sein scheint, den Gegner durch einkreisen im eigenen Strafraum zum Eigentor zu zwingen. Die Tiki-Taka-Revolution droht, ihre Kinder zu fressen. Irgendwann sind Abschlüsse eben auch gefragt.

Italien hat mich ebenfalls wieder überrascht, die gegen den Mitfavoriten Belgien ein taktisch solides Spiel gezeigt haben (in gewohnter italienischer Manier), zeitweise aber offensivfreudig auftraten und zwei wirklich schöne Tore geschossen haben. Die Schönheit schießt zwar keine Tore, sagt man, aber ganz außer acht lassen sollte man sie deswegen auch nicht, denn Schönheit macht sympathisch. (Siehe Holland bei der EM 2008!)

Belgien ist übrigens weder sportlich noch ästhetisch weg vom Fenster, da erhoffe ich mir noch einiges. Ins Achtelfinale zittern und dann ins Finale marschieren - diese Story gibt es ja auch immer wieder.


Beeindruckend sind auch bei diesem Turnier wieder die sogenannten Außenseiter, die allesamt wirkliche Qualitäten aufs Spielfeld bringen. Slowakei, Wales, die Ukraine und, ja, auch Ungarn sind würdige Teilnehmer dieser Endrunde und können zu den Stolpersteinen werden, die gerade in der EM-Geschichte oft auch sehr weit gekommen sind.

Nur die Russen wirken irgendwie abgemeldet- ein Status, den man schon am Gesicht ihres Trainers ablesen kann. Aber jede Tragödie hat auch ihre Bösewichte, verlogene Kammerdiener, eifersüchtige Nebenbuhler. Wieso sollte es im Fußball anders sein?


Welche Rolle Österreich in diesem Stück spielt? Schauma moi...









Hat in diesem Stück mit Sicherheit die Hosenrolle: Der älteste EM-Spieler aller Zeiten Gabor Kiraly (40).





Montag, 13. Juni 2016

Erste Brisen

Die EM hat Fahrt aufgenommen, und bevor sie zum großen Orkan wird, gilt es, sich die ersten Brisen, die einem schon um die Nase geweht sind, nochmal zu genießen:

Für Frankreich startete die EM mit viel Mühe - wie sich das für das Eröffnungsspiel gehört. Dass von den Rumänen letztlich doch nichts in Erinnerung bleibt, ist dem glänzenden Weitschuss von Dimitri Payet geschuldet, der die Gastgeber erlöst hat und stellvertretend für alle Franzosen - egal ob im Streik oder nicht - kurz danach in Freudentränen ausbrach, als er auf der Ersatzbank Platz nehmen durfte.
Frankreich spielte über kurze Strecken stark - ist aber von der Form vor zwei Jahren noch weit entfernt. Vielleicht täuscht aber die Last des Eröffnungsspiels über die wahren Qualitäten dieser Mannschaft hinweg, v.a. weil von Pogba und Griezmann noch viel zu wenig zu sehen war?

Das andere Team, das mir schon vor zwei Jahren gut gefallen hat, hat die beste erste Hälfte einer Mannschaft geboten, die es bisher zu sehen gab: England nämlich, die sich aus völlig unerfindlichen Gründen nach der Halbzeitpause dazu entschlossen, in der zweiten Hälfte nichts zu bringen. Dabei wäre die erste Hälfte so gut, so dynamisch, schnell und kreativ gewesen! Den Russen ist ja in der zweiten Hälfte ähnlich viel eingefallen wie in der ersten: nämlich gar nichts bis wenig. Trotzdem fühlte sich der Ausgleich in der Nachspielzeit irgendwie gerechtfertigt an. Und das darf aus englischer Sicht einfach nicht sein, will man dieses Jahr wieder ernst genommen werden! Den Russen empfehle ich Putin als Kabinenschreck, damit wenigstens die Angst vor dem Straflager ein wenig Motivation schürt, wo sonst nur augenscheinliches Desinteresse herrscht.

Kroatien macht dort weiter, wo es aufgehört hat, wenn auch mit einer ziemlich anderen Mannschaft. Trotzdem: das kroatische Spiel wird sich noch mausern (müssen), vor allem gegen die Spanier, die schon vor vier Jahren im letzten Gruppenspiel große Probleme mit den findigen Kroaten hatten (damals allerdings noch unter dem genialen Trainer Bilic). Das Spiel gegen die Türkei kam mit weniger blutenden Schädeln und Verletzten aus als dieselbe Begegnung bei der EM 2008 im Viertelfinale. Nur Corluka hielt sich an die Erwartungen und spielte schon bald mit blutendem Turban, und versuchte wohl so, die türkischen Spieler kulturell zu provozieren.
Diese revanchierten sich in der 41. Minute mit einer missglückten Kerze aus dem eigenen Strafraum, die der geniale Modric mit einem sensationellen Volleyschuss verwertete. Eigentlich hätte es auch 3:0 ausgehen können, aber die Kroaten sind bemüht darum, das bescheidene Balkanvolk darzustellen. Mal sehen, was denen noch zuzutrauen ist!

Am Abend dann der Weltmeister gegen die Ukraine: intensive erste Hälfte mit großen Chancen auf beiden Seiten. Sowohl Manuel Neuer als auch Andrij Pjatow reagierten in vielen Situationen großartig. Dass Deutschland trotzdem in Führung ging, war nicht nur zu erwarten, sondern auch irgendwie verdient. Trotzdem: so frech hatte die Ukrainer wohl niemand erwartet, und ihrem Agieren (man vergleiche dazu die Russen gegen England) war es geschuldet, dass wir die unterhaltsamsten 45 Minuten bisher geboten bekamen.
Deutschland hingegen ist nicht nur die "Turnier-Mannschaft", sondern auch jene, die gerne für bleibende Bilder sorgt. Diesmal waren es Boatengs spektakuläre Rettungsaktion, in der er eine ukrainische Großchance mit einem Fast-Eigentor vereitelte, das wiederum er selbst noch auf der Linie verhinderte. Wer's nicht gesehen hat, dem kann man's nicht erklären!
In der zweiten Hälfte lief generell weniger zusammen, man hätte sich da aus deutscher Sicht ein früheres 2:0 erwartet. Also wartete man, bis der Alt-Kapitän Schweinsteiger mit dem Grau-Färben der Schläfen fertig war und eingewechselt werden konnte. Wer das für einen bloßen Cameo-Auftritt hielt, wurde bald eines besseren belehrt: Aus einem Konter (die Ukrainer waren ja hinten natürlich schon offen wie ein Pavianarsch) flankt Özil genial dem Schweini vor die Haxn und der netzt doch tatsächlich nur wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung- und kurz vor Schluss des Spiels - zum 2:0 Endstand ein. Auch so ein "memorable moment", von denen die Deutschen gleich zwei in einem Spiel fabriziert haben - womit es im Übrigen auch genug sein sollte!

Inzwischen spielt auch schon wieder der amtierende Europameister (ja, Spanien gibt es noch!) gegen die ehemaligen Dauer-Geheimfavoriten Tschechien. Also schnell wieder weg!


Montag, 7. Juli 2014

Ein Echo

Ein schmerzhafter Ausfall und ein einfaches Freistoßtor und schon haben wir das erste Klassiker-Halbfinale dastehen. Von Tiki-Taka ist nun weit und breit nichts mehr zu sehen.

 

GER - FRA 1:0




Es macht sich bemerkbar: Spielerisch überlegene Mannschaften kommen auch diesmal nicht zum Zug. So hat die deutsche Mannschaft die Franzosen gestern vor allem durch körperliche Überlegenheit in der Abwehr in Schach halten können. Deutsche Chancen fanden sich vor allem nach Kontern (Schlussphase) bzw. eben bei Standardsituationen. Nach so einer fiel auch das einzige Tor. Der gestern wieder enorm spielende Mats Hummels traf schön per Kopf zum 1:0 - und dabei blieb es auch.


Die Franzosen waren bei dieser WM die spielerisch überzeugendste Mannschaft. Das zeigte sich vor allem in den ersten beiden Gruppenspielen beeindruckend. Das dritte betritt man mit kompletter B-Ganitur, und im Achtelfinale tat man sich gegen inspirierte Nigerianer sichtlich schwer. Dass Frankreich gegen Deutschland sein schnelles Kombinationsspiel aufziehen konnte, überraschte doch ein wenig. Letztlich aber waren es die vielen in die vorderen Reihen gespielten hohen Bälle, die immer wieder zu Ballverlusten führten, weil man zweikampftechnisch eben fast immer das Nachsehen hatte. Mehr Kombinationsspiel - schnelle Passstaffetten und Laufarbeit - wäre vielleicht zielführender gewesen. Bei solchen Aktionen spielte man das deutsche Mittelfeld immer wieder schwindlig.



Gratulation an die deutsche Mannschaft, die nach der zweifelhaften Partie gegen Algerien wieder zu alter Stärke zurückfand. Alt deswegen, weil das allseits gelobte deutsche Angriffsspiel gestern wieder dem traditionelleren Ansatz von Mauern und Kontern weichen musste. Vielleicht liegt es daran, dass die großen Akteure des Klinsmann'schen bzw. Löw'schen Tikitakas deutscher Prägung bei diesem Turnier bisher hinter den Erwartungen geblieben sind. Das betrifft etwa Mesüt Özil, aber auch Sami Khedira, die beide noch vor vier Jahren als das beste Kreativmittelfeld neben den Spaniern galten.

Vielleicht liegt es aber auch an dem deutlichen Scheitern des spanischen Systems, dass man sich jetzt selbst auch nicht mehr zutraut, etwas Ähnliches zu spielen. Man hat mitverfolgt wie TikiTaka zu Grabe getragen wurde; just von einer Mannschaft, die ihren spielerischen Ansatz vor vier Jahren in einem denkwürdigen WM-Finale selbst beerdigt hat. Holland nämlich spielt nur noch kreativen Offensivfußball, wenn es wirklich wirklich muss. Ansonsten herrscht auch hier der Defensivgedanke. Das ist - wie im Falle Deutschland - zwar nicht schändlich, aber schade.



BRA - COL 2:0



Auch Brasilien hat erkannt, dass das juego bonito immer dann dem Ergebnisfußball weichen muss, wenn es in die heiße Phase geht. So sah man gestern gegen Kolumbien, das seinerseits auf das ruppige brasilianische Spiel zu reagieren versuchte, eine hart geführte aber doch gute Partie mit vielen Fouls, die teilweise nicht entsprechend (nämlich früh genug) sanktioniert wurden. Der harte Ansatz zeigt eine Kultur der Spielzerstörung (oder zumindest Spielverhinderung), die auf mangelndem Selbstbewusstsein beruht. Dass ein solcher Ansatz, den Holland im Finale von 2010 schon verfolgt hatte, letztlich nicht belohnt wurde, ist irgendwie gerecht. Auch wenn ich es damals natürlich gerne anders gesehen hätte. Brasilien und Holland könnten auch anders - deswegen ist das schade.


Das Endergebnis stimmt natürlich trotzdem, sowohl auf dem Papier als auch nach dem Spielverlauf. Die zunehmend verkrampft agierende Heimmannschaft steht zu Recht im Halbfinale und trifft dort auf Deutschland. Bezeichnend, dass in beiden Partien, die Tore allesamt von Innenverteidigern erzielt wurden - und aus Standardsituationen. Wir können uns auf ein zerfahrenes Match einstellen, an dessen Ende vielleicht sogar ein Elfmeterschießen steht. Das heißt, solange nicht Julio Cesar in der regulären Spielzeit ein Schnitzer passiert. Das gab es ja auch schonmal…





Dass so oft die Mannschaft mit dem geringeren Unterhaltungswert gewinnt, macht den Fußball suspekt. Vielleicht ist es dieser Umstand, der das amerikanische Unbehagen dem Soccer gegenüber erklären könnte. Fußball ist nicht gerecht, das habe ich an anderer Stelle schon mal geschrieben. Gerechtigkeit ist keine Kategorie, weil das mit dem Fußballgott, auch wenn er sich anscheinend logisch herleiten lässt, nicht funktioniert. Weil eben nicht immer die bessere Mannschaft gewinnt, oder zumindest die Mannschaft, der wir den Sieg aus verschiedenen Gründen eher gönnen würden, ist Fußball oft höchst unbefriedigend.

Wenn Deutschland, Brasilien oder Holland Weltmeister werden sollten, dann muss man andere Kategorien zur Rechtfertigung bemühen. Deutschland, weil es sich nach all den Jahren wirklich neuartigen deutschen Fußballs einen großen Titel verdient hätte. Dass dieser just bei jenem Turnier folgen würde, bei dem man beginnt, die großen Innovationen wieder ad acta zu legen, wäre natürlich traurig. Aber im Prinzip würde sich Deutschland belohnen für den Mut, eine neue Art Fußball spielen zu wollen.

Brasilien ginge als Eh-immer-Favorit und vor allem als Gastgeber des Turniers auch in Ordnung. Man wird sich in wenigen Jahren eh nur an Neymar erinnern können. Hoffentlich nicht mit der Storyline, dass der große Star im Viertelfinale niedergestreckt wurde und nie mehr zum Einsatz kam.

Holland verdient den Titel seit den 1970ern, und auch wenn von voetbal totaal nicht mehr viel übrig ist, gehört die Niederlande auf die Liste der WM-Titelträger. Genauso wie England. Einfach, weil es irgendwie passt. So nah wie vor vier Jahren sind sie dem Titel zuvor noch nie gekommen (außer 1978). Robben hatte ihn schließlich auf dem Fuß. Wenn es heuer klappen sollte, dann akzeptiert man das, weil Holland wieder am Ende einer großen Generation steht. Es sind noch einige Akteure der großen Niederländischen Mannschaften von 2008 und 2010 dabei: Robben, Sneijder, Van Persie, Kuijt. Diese Fußballer hätten sich einen Titel verdient. Was dieses Turnier anbelangt, geht es darum, dass die Holländer in ihrem Auftaktspiel die Zeitenwende herbeigeführt zu haben scheinen: Tiki-Taka ist ein Wort, das zu einem Echo taugt. Es hallt nach - über alle Kontinente hinweg auf vereins- wie auch auf internationaler Ebene. Aber in Wahrheit haben es immer nur die Spanier gespielt; nur sie haben die Fähigkeit dazu gehabt, nur sie das Personal. Sollte Holland Weltmeister werden, dann haben sie den Titel aus jetziger Sicht allein für die Komplett-Demontage der spanischen Elf verdient. Und für den Symbolcharakter, den dieses Spiel hatte.


Es bleiben noch Argentinien und Belgien. Und für die beiden gilt, was ich oben geschrieben habe genauso: Belgien sollte sich eigentlich durchsetzen - sie haben, ähnlich wie die Franzosen, einen Spielansatz, der auf Kreativität und technisch wie auch taktischem Geschickt beruht. Wie gut so ein belgisches Spiel aussehen kann, das sahen wir gegen die USA. Es bleibt nur zu hoffen, dass ein ähnliches Spiel gegen einen Verhinderungsansatz, wie er bisweilen sogar von Argentinien gespielt wird, erfolgreich sein könnte. Für die Belgier spricht, dass die Mannschaft gefestigter wirkt als jene der Franzosen, und dass sie es auch körperlich mit Dreschern aufnehmen können. Gegen sie spricht die relative Unerfahrenheit, wenn es um die Endphase internationaler Turniere geht bzw. einfach der Umstand, dass sie Belgien sind und nicht Deutschland, Holland, Brasilien oder Argentinien.

Einen großen Namen zu tragen wird vom psychologischen her mit Fortdauer des Turnieres immer wichtiger. Auch, ob man schon einmal Weltmeister war. Deswegen würde auch Holland in einem Finale gegen Deutschland oder Brasilien in dieser Hinsicht einen gewissen Nachteil haben - und Belgien sowieso.


Der Weltmeister kann eigentlich nur Belgien heißen. Aber weil Fußball eben nicht gerecht ist und sich schon gar nicht ausrechnen lässt, wird er höchstwahrscheinlich nicht Belgien heißen. Dennoch lassen sich, wie oben angedeutet, für jede Mannschaft (außer Argentinien und Costa Rica) recht gute Gründe dafür finden, dass ein Titel doch in Ordnung ginge. Wir werden diese Gründe brauchen; Rationalisierung nennt man das in der Küchenpsychologie. Sie macht schmerzvolle Erfahrungen erträglicher, weil wir uns diese erklärlich machen können.



Held des Tages:

Gab es heute nicht wirklich einen. Vielleicht einmal mehr Neuer, der in der 94. Mit einem tollen Reflex den deutschen Sieg rettete.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Letzte Runde

Die Vorrunde neigt sich dem Ende zu. Die noch ausstehenden Entscheidungen sind unter "Eh schon wurscht" zu verbuchen. Da lohnt ein Blick auf die schon feststehenden Achtelfinalpartien!


Das Spiel Argentinien gegen Nigeria habe ich nur zur Hälfte gesehen. Also ich habe in Summe vielleicht 10 Minuten versäumt. Allerdings handelte es sich jeweils um die Anfangsphasen der Halbzeiten. Also habe ich von insgesamt fünf Toren nur eines gesehen. Das war das Freistoßtor von Messi kurz vor der Halbzeit. Großartig hineingezirkelt war das. Vor allem, weil nur wenige Minuten davor Messi den genau gleichen Freistoß geschossen hat, den Enyeama noch sensationell halten konnte. Beim zweiten mal war es eben dann ein Tor. Und fast hätte ich das auch nicht gesehen, weil ich dazu neige, mir Nachspielzeiten in der ersten Halbzeit zu sparen. Seit den letzten Spielen dieser WM bin ich da ein bisschen vorsichtiger geworden und werde es in Zukunft weiterhin sein! Aber auch was die Beginnzeiten betrifft, muss ich besser aufpassen. Das "Abtasten" funktioniert in Brasilien ein bisschen anders: Da schießt man erstmal ein Tor und schaut dann weiter. Und während man noch schaut, bekommt man auch schon wieder eines. Gut, ein 1:1 ist ungefähr ein 0:0, also passt das schon. Nichts versäumt, außer halt die Tore.


Argentinien scheint erwacht zu sein. Zumindest traute man sich zu, auch ein Weilchen ohne Lionel Messi zu spielen. Der Floh ist in eigenartiger Verfassung. Er hat bis jetzt kein besonders gutes Turnier gespielt, seine Mannschaft hält aber trotzdem bei drei Siegen und er selbst hat vier Tore in drei Spielen erzielt. Also rein von den Zahlen her gibt's nichts zu meckern. Hat er also doch ein gutes Turnier gespielt? Habe ich es nach der ersten Runde noch für vollkommen unmöglich gehalten, Argentinien im Finale zu sehen, kann jetzt schon wieder alles passieren.
Zu meckern gibt es auch nichts bei der Schweiz, die mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen den Gruppenaußenseiter Honduras ins Achtelfinale eingezogen ist. Und Nigeria hat es trotz knapper Niederlage auch geschafft. Läuft ja alles wunderbar, und während wir die Gruppenphase langsam aber sicher hinter uns lassen und uns mit Wohlwollen an sie erinnern, wissen wir schon über die ersten Achtelfinalpartien Bescheid...


Da treffen zum Beispiel Costa Rica und Griechenland aufeinander. Hand hoch, wer darauf gewettet hat, dass es eines der beiden Teams ins Viertelfinale schafft! Ich wünsche jedenfalls Costa Rica alles Gute; sollte kein Turnier-Bammel einsetzen, müsste es gegen die Griechen klappen. Kann auch ein mühsames Unentschieden mit Elfmeterschießen werden, ich wünsche es uns aber nicht! Nicht wegen des Elferschießens, sondern wegen der 120 Minuten davor.

Argentinien trifft auf die Schweiz, das wird für beide Teams schwierig. Da aber Argentinien momentan im Aufwind und die Schweiz an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angekommen ist, wage ich keine andere Prognose als den relativ sicheren Sieg der Albiceleste. Messi schlurft 90 Minuten herum, macht aber trotzdem irgendwie drei Tore und wird wieder Man of the Match.

Die Niederlande ist die Mannschaft mit den bisher meisten erzielten Toren in diesem Turnier. Es könnte sein, dass sich dieser Trend fortsetzt, doch im Achtelfinale wartet ein harter Brocken: Mexiko. Allein das Duell der Coaches, van Gaal gegen Herrera, ist sein Geld wert. Ich hätte gerne eine Kamera, die das ganze Spiel nur die Trainerbänke filmt und die Reaktionen der beiden einfängt. (Ein Spiel in strömendem Regen würde noch für zusätzliche Dramatik sorgen.) Es gibt für dieses Spiel drei wahrscheinliche Varianten: Holland gewinnt knapp und glücklich, Holland gewinnt überzeugend und überraschend deutlich, oder Holland scheidet im Elfmeterschießen aus, weil der großartige mexikanische Tormann Ochoa seinem Heldenstatus gerecht wird. Zuckerl für den, der weiterkommt: Es wartet der Sieger aus Griechenland gg. Costa Rica!

Die Mannschaft mit den zweitmeisten Toren ist ... - na? Richtig: Kolumbien! Die dürfen im Achtelfinale gegen die bösen Urus ran. Ein hervorragendes Duell schon allein deshalb, weil hier ein Geheimfavorit der Herzen auf die große Buhmannschaft trifft - so verhält es sich zumindest in meiner Welt. Habe ich bisher Kolumbien wohlwollend verfolgt, so werde ich (nur für dieses eine Spiel) zum glühenden Verehrer der Cafetieros. Schon allein deswegen, weil Kolumbien jetzt die Mannschaft ist, zu deren Nationalhymne ich meinen tiefen Schluck Espresso trinken werde. So wie ich es bis jetzt - ich gestehe - bei den Italienern gemacht habe und nun nicht mehr tun kann.

Was sehe ich da noch? Brasilien gegen Chile! Das hatten wir ja vor vier Jahren schon mal. Da siegte Brasilien klar mit 3:0. Chile galt vielen damals als die Entdeckung des Turniers, und sie haben es wirklich geschafft, diesen Nimbus in dieses Turnier herüber zu retten. Ob es diesmal besser ausgeht für die Chilenen? Ich wage es zu bezweifeln, aber auf ein erneutes 3:0 würde ich nicht wetten wollen, denn wer gegen Kamerun ein Tor kassiert, der kassiert gegen Chile mindestens zwei!

Frankreich gegen Nigeria heißt eine weitere Achtelfinalpaarung, die bereits fest steht. Eigentlich spricht nichts gegen ein Weiterkommen der Franzosen, dafür war ihr Auftreten bisher zu souverän. Aber ja, auch Nigeria hat sich gebessert; ein Sieg gegen Frankreich wäre trotzdem eine Überraschung. Noch einmal der nigerianische Tormann Enyeama, noch einmal sein hysterisches Gekreische bei jedem gegenerischen Angriff!


Fürwahr: eine sehr südamerikanische WM ist das geworden. Das obere Viertel des Playoff-Baums ist gar nur mit südamerikanischen Mannschaften besetzt. Das heißt, dass mindestens eine davon im Halbfinale steht. Das heißt aber auch, dass drei davon vorher ausscheiden. Also eigentlich heißt das recht wenig. Wer geht uns überhaupt ab? Freilich, die Italiener hätten wir schon gebraucht, und die Engländer hätten sich zumindest das Achtelfinale und ein Ausscheiden im Elferschießen verdient gehabt. Portugal ist unglücklich ausgeschieden und auch sie gehen uns ab, weil es eine absolut KO-taugliche Mannschaft ist. Spanien, der amtierende Weltmeister, hätte es sich rein vom Papier her verdient, glorreicher auszuscheiden.

Aber weinen wir nicht jenen nach, die uns kein Fußballgott mehr zurückbringen kann. Erfreuen wir uns an wiedererstarkten Franzosen, den Immer-noch-Geheimfavoriten Belgien und den Überraschungsmannschaften aus Kolumbien und Costa Rica, die da auch ein bisschen mitmischen wollen. Und was wir uns von den USA erwarten dürfen, wissen wir spätestens nach dem heutigen Spiel gegen Deutschland!

Samstag, 21. Juni 2014

Die Unwägbarkeiten eines Turniers

Wer dachte, die WM wird nach der ersten Runde in die bequemen Gefilde durchschnittlicher Unterhaltung zurückfallen, der hat sich geschnitten. Eigentlich wird's immer besser.


Auf nichts kann man sich verlassen bei dieser WM! Nicht mal auf Italien, und so lässt uns ein weiterer "Großer" nach Spiel zwei ein wenig ratlos zurück. Wie schon Brasilien, wie schon England, Spanien, Holland und Uruguay. Wir kratzen uns am Kopf und wissen nicht, wem wir als nächstem unser volles Vertrauen schenken sollen. Auf das Argentinien-Spiel warten wir noch, auf Deutschland eh auch. Und ehe wir uns versehen, kommen auf einmal die Franzosen daher und stehen nach zwei Spielen mit drei Punkten und einem Torverhältnis von 8:2 da. Aber alles der Reihe nach...

CRC - ITA 1:0


Tatsächlich haben die Ticos das eigentlich Unmögliche geschafft und stehen nach zwei Spielen als Sieger der im Vorhinein als sehr schwierig eingeschätzten Gruppe D fest. Bitte was? Costa Rica? Gegen drei Ex-Weltmeister? Gegen das grundsolide Italien, das neu erstarkte England und den WM-Vierten von Südafrika? Wer darauf gewettet hat, dem sei gratuliert, denn das hätten sich die Costa Ricaner wohl selbst nicht zugetraut.
Mehr als ich über die Ticos verwundert bin, bin ich von den Itakern enttäuscht. Zuerst habe ich mich gefreut, weil der im ersten Spiel eine so unglückliche Figur machende Paletta nicht dabei war. Dass sich Italien aber dann so steif und klobig präsentieren würde, war doch überraschend. Vielleicht war es der Schiss, gegen die furchtlosen Costa Ricaner zu viel zu riskieren?

Die "kleinen Teams", gegen die man technisch nicht auf Augenhöhe spielen kann, gegen die man sich aber taktisch einiges überlegen muss, und die am Ende immer den psychologischen Vorteil haben, das sind die vorläufigen Gewinner dieser WM. Das ist erstmal schön und gut so.
Die "Großen" aber wachsen mit ihren Aufgaben und spielen ihren besten Fußball immer dann, wenn es gegen die gefährlichsten Gegner geht und das Spiel am wichtigsten ist. Diesem Druck der Okkasion können am Ende Teams wie Costa Rica oder Kolumbien nicht standhalten. Das behaupte ich jetzt trotz des Wissens, dass es bei dieser WM noch jedes Mal anders gekommen ist als erwartet!

Die Gruppe D allerdings wird noch spannend. England ist einmal draußen, aber wer folgt Costa Rica ins Achtelfinale? Im direkten Duell, das ein praktisches Sechzehntelfinale ist, stehen sich jetzt zwei Teams gegenüber, die in zwei Spielen völlig unterschiedliche Seiten gezeigt haben: Uruguay und Italien. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass die Entscheidung um den Achtelfinalplatz etwas mit den Namen Balotelli und Suarez zu tun haben wird. Somit hat das Spiel jetzt schon einen bitteren Beigeschmack; es schmeckt ein wenig schandhaft und gefährlich. Wie die Luft vor einem Gewitter. Wie jener italienische Aperitiv, der den Namen Pirlo trägt. Ich behaupte: Das wird ein Knaller!


FRA - SUI 5:2


Interessant, wenn man sich die Statistiken zu diesem Spiel anschaut: Frankreich hatte weniger Ballbesitz, was nach der Überwindung von Tikitaka tendenziell als ein gutes Zeichen zu werten ist (s. Salzburg, s. Holland). Denn schließlich kommt es darauf an, was man mit dem Ball macht, wenn man ihn erstmal hat; ob man ihn in den eigenen Reihen herumschiebt, oder den Zug zum Tor sucht. Den suchte Frankreich, und während sich "Les Bleus" auf eine erfolgreiche WM-Kampagne eingroovten, wurde der Schweizer Stern engültig in der französischen Offensivmaschine zerrieben. Dabei schossen die Franzosen nur 5 Mal öfter als die Schweizer, dafür doppelt so oft aufs Tor. Das zeigt, dass die Schweiz oft nur aus Verlegenheit den Ball Richtung Tor holzten - ein Beweis auch für die funktionierende Defensivleistung der Franzosen. Die beiden Tore für die Schweiz fielen ja erst in den letzten 10 Minuten des Spiels, wo eh schon alles wurscht war.

5 Tore von 5 verschiedenen Spielern - auch das sind immer gute Nachrichten, denn es zeigt, dass Frankreich nicht von einem Benzema abhängig ist, obwohl dieser seine gute Form aus der Ligasaison in die WM hinüberretten konnte. War das erste Spiel der Blauen noch nicht aussagekräftig genug, weil es gegen den Gruppenaußenseiter Honduras ging, wird sich die wahre Größe der Franzosen kurioserweise im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador zeigen. Da greift nämlich jener Effekt, den ich oben beschrieben habe. Frankreich hat sich nämlich nach nur zwei Spielen rehabilitiert und weiß sich jetzt wieder dort, wo es lange gewesen ist: Inmitten der großen europäischen Fußballnationen. Vielleicht ein bisschen hinter Deutschland, aber wie es momentan aussieht neben Italien und Holland, und sogar noch über England und Spanien. Ein schöner Platz ist das - jetzt nur nicht nervös werden!



Held des Tages:
Bryan Ruiz, der mit seinem Treffer gegen Italien nicht nur seiner eigenen Nation einen schönen Tag bescherte, sondern einer anderen (England) gleichzeitig das fixe WM-Aus garantierte. UND: Wir bekamen wieder mal ein bisschen Torlinientechnologie aus Deutschland zu sehen! Viel mehr kann man mit einem Tor nicht erreichen!

Buhmann des Tages:
Cassano, von dem ich dachte, Italien käme ganz ohne ihn aus. Er steht für die schmutzige Berlusconi-Ära. Eine zwielichtige und grausame Figur, nicht nur optisch sondern auch menschlich!

Montag, 16. Juni 2014

Verschnaufpause

Ein Schiedsrichter als Held, das Deutsche an der Torlinientechnologie und ein fragwürdiges Argentinien machen den Tag trotz fehlender Knaller interessant.


So eine WM ist ganz schön anstrengend. Abgesehen davon, dass man gezwungen ist, teilweise bis spät in die Nacht hinein fragwürdige Begegnungen zu verfolgen bzw. diese nur zähneknirschend zu versäumen wagt, löst sich schon nach zweieinhalb Spieltagen die ganze Ordnung auf, die man sich vorher im Kopf gemacht hat: Nach drei Tagen weiß man schon nicht mehr, wer in welcher Gruppe spielt, welche Gruppe heute dran ist, geschweige denn wann jetzt welches Spiel stattfindet. Vor dem inneren Auge verschwimmen die Flaggen von Kolumbien, Ecuador und Costa Rica zu einer panamerikanischen Einheitsfahne, man glaubt plötzlich an jeder Ecke Sambatrommeln zu hören, und erst wenn man ORF einschaltet und die unterirdischen Bemühungen der dortigen Akteure sehen muss, die alle irgendwie modern und hip sein wollen, krallt man sich entnervt einen von den vierzehn Spielplänen, die in Fernsehernähe herumliegen, um sich wieder zu ordnen. Ein Tag, an dem in drei Spielen drei Außenseiter zu Werke gehen, eignet sich als Verschnaufpause, die man dringend braucht, vor allem nach diesen atemlosen ersten Stunden der Weltmeisterschaft, die jetzt schon in der Erinnerung zu einem Euphoriebrei zu verschmelzen drohen.

Noch immer umnebelt von der Klassepartie zwischen England und Italien und dem Ärgernis über das Versäumnis des Nachtspiels saß man dann gestern um 18 Uhr vor dem Fernseher, um sich den "Heuler" Schweiz gegen Ecuador anzusehen. Was man da zu sehen bekam war eine irgendwie rumpelnde Schweizer Nati, der wir Österreicher immer neidisch sein können, weil sie aus annähernd gleicher Ausgangsposition so viel mehr zusammengebracht haben als wir.
Dass diese Entwicklung nicht geschenkt ist und harte Arbeit braucht, um weiter vorangetrieben zu werden, und dass es dann auch mal natürliche Grenzen dieser Entwicklung gibt, könnte diese Weltmeisterschaft zeigen. Einen Vorgeschmack bekamen wir im ersten Spiel gegen Ecuador, in dem sich die Schweizer etwas schwerer als erwartet getan haben bzw. Ecuador eine bessere Figur gemacht hat als man ihnen zugetraut hatte.

SUI - ECU 2:1


So gingen die Südamerikaner frech in Führung, was die Schweiz dazu veranlasste, ein bisschen mehr zu rackern, auch wenn nicht immer alles recht zusammenlaufen wollte. Ottmar Hitzfeld brachte in Hälfte 2 Admir Mehmedi und der schoss gleich den Ausgleich. Man sah, dass Ecuador am Limit angelangt war, und sie blieben auch gefährlich. Ein Sieg wäre dann doch eine Überraschung gewesen und mit einem Unentschieden hätten sogar die Schweizer zufrieden sein müssen. Sie gaben sich aber nicht zufrieden und versuchten weiter Druck zu machen. In der Nachspielzeit passierte dann etwas Wunderbares: Behrami wurde im Mittelfeld bei einem letzten Versuch, einen schnellen Vorstoß einzuleiten, gefoult. Weil aber Behrami bereits wieder auf den Beinen war, bevor er überhaupt am Boden lag, entschied Schiedsrichter Rawschan Irmatov auf Vorteil und ließ das Spiel laufen. Behrami gab den Ball ab und drei Sekunden später zappelte der bereits im Netz: Haris Seferovic traf für die Schweizer zum 2:1 Endstand.

Bei aller Diskussion über Schiedsrichter-Fehlentscheidungen muss man hier den usbekischen Schiri loben, der die Situation blitzschnell erfasst und richtig bewertet hat. Die schweizer Schiedsrichter-Legende Urs Meier (Analyst für das deutsche Fernsehen) zeigte sich nach dem Spiel geradezu exaltiert: Auf die Vorteil-Entscheidung angesprochen sprach Meier von einer geradezu genialen Aktion, von einem "Vorteil wie Weihnachten und Ostern zusammen". Es ist selten, dass Schiedsrichter mit besonders guten Entscheidungen beeindrucken, aber Irmatov hat da gestern Tolles geleistet und ganz nebenbei der Schweiz den Sieg ermöglicht.

FRA - HON 3:0


Das Spiel Frankreich gegen Honduras stand unter keinem guten Stern. So nahmen die Spieler für die Nationalhymnen Aufstellung, warteten und auf einmal begannen die Honduraner, die französische Equipe für den Pre-Match-Handshake abzulaufen. Der ZDF-Kommentator meinte zunächst, es handle sich dabei um ein Missverständnis der Honduraner. "Die wissen wohl nicht über den Ablauf Bescheid!", dachte er sich als typischer Deutscher vermutlich. In Wahrheit aber war die Tonanlage des Stadions ausgefallen und das Match musste ohne Hymnen losgehen. Tragisch vor allem für die Franzosen, denn ohne Marsellaise geht da normalerweise gar nichts. Glücklicherweise hieß der Gegner Honduras und nicht etwa England!

Das Spiel war dann die erwartet ruppige Partie seitens der Honduraner. Schlimm, wenn man als Mannschaft, die sich berechtigte Hoffnungen auf die KO-Phase macht, ein Match gegen solche Rüpel nicht nur heil überstehen, sondern auch gewinnen muss. Frankreich aber meisterte diese Aufgabe mehr oder weniger gelassen. Und wir freuten uns über den ersten Einsatz der Torlinien-Technik, die ein Tor gab, das aus vier von fünf Kamerawinkeln nicht als solches zu erkennen war. Mehrmals wurde in der Folge darauf hingewiesen, dass diese Technik aus Deutschland stamme. Denn obwohl wir nun endlich diese Technologie haben, fangen jetzt wieder die ersten an zu behaupten, die Diskussionen würden trotzdem nicht ausbleiben, weil es immer noch welche gibt, die daheim vor dem Fernseher sitzen und zwischen zwei Bierrülpsern behaupten könnten "Für mich war der nicht drin!". War er aber! Weil die Technologie das gesagt hat. Und weil die aus Deutschland kommt! Käme sie nämlich aus Burundi oder Palau, dann würde man ernsthafte Zweifel anmelden können. So aber nicht! Deutsche Technologie ist unfehlbarer als der argentinische Papst!

ARG - BIH 2:1


Dann spätabends der von vielen herbeigesehnte erste Auftritt der Albiceleste. Das große, nominell so außergewöhnlich besetzte Argentinien, dem von vielen im Vorfeld als einzige aller Mannschaften zugetraut wurde, den sicheren Titel für Brasilien verhindern zu können. Am besten im Finale. Und am besten im Maracana. Aber Argentiniens Auftritt gegen WM-Neuling Bosnien war gestern alles andere als glamourös. Er war eher desaströs und peinlich, vor allem in der ersten Hälfte. Dass Argentiniens Teamchef Sabella seine Mannschaft mit fünf Defensiven auflaufen ließ, und so zum Beispiel Higuain und Gago auf der Bank ließ, war eigentlich nur als Scherz verstehbar. Solcherlei Scherze traute man vor vier Jahren nur Ex-Teamchef Diego Maradona zu. Aber gegen Bosnien mit 5 Mann hinten - bei dieser Offensivqualität?

Vielleicht war es deshalb, dass Messi vollkommen neben sich stand. Der Floh, der im argentinischen Nationaldress bei einer WM noch nie wirklich überzeugen konnte, steht auch diesmal unter enormen Druck. Weil das argentinische Spiel auf ihn ausgerichtet ist und so auch auseinanderfällt, wenn er die Leistung nicht erbringt. Das ist eigentlich ein Ansatz, der zum Scheitern verurteilt ist, vor allem, weil Argentinien es bei der Qualität seines Kaders nicht nötig hätte.
Messi lief gestern in Hälfte eins vielleicht sogar weniger als vorgestern Andrea Pirlo. Nur, dass Pirlo eben dafür da ist, die anderen laufen zu lassen. Die Argentinier kamen glücklich zu einem frühen Tor. In der zweiten Halbzeit vergab Messi zuerst einen Freistoß kläglich und machte dann wenige Minuten später das, wofür er bekannt ist. Und er feierte seien Treffer zum 2:0 wie er sonst selten ein Tor feiert. Es muss ihm eine Last von den Schultern gefallen sein! Wir können es nur hoffen, denn es wäre wirklich schade, wenn so ein Fußballer im Nationalteam unerfolgreich bleiben würde.

Ich bin mir nur nicht sicher, ob ein Treffer gegen Bosnien die erhoffte erlösende Wirkung hat und Messi jetzt den Fluch, der auf ihn zu lasten scheint, wirklich abschütteln kann. Dass das Tor trotzdem wichtig war, bekam ich nur noch mit, als ich, bereits im Bett liegend, Jubelschreie aus dem nahegelegenen bosnischen Lokal hörte, das noch vor wenigen Tagen ein kroatisches Lokal war, aber eigentlich von Albanern geführt wird. Es ist ja doch irgendwie alles eins...
2:1 ist für argentinische Verhältnisse schwach, aber man ist mit 3 Punkten ins Turnier gestartet. Wenn man von den taktischen Blödsinnigkeiten was lernt und Messi sich wirklich noch steigert, dann wird man vielleicht an die hohen Erwartungen heranreichen. Momentan aber sehe ich Argentinien nicht im Finale.


Held des Tages:
Weil sonst immer die Scheidsrichter die Buhmänner sein müssen, steht hier jetzt stolz und zu Recht der Usbeke Rawschan Irmatov mit seinem "Vorteil wie Weihnachten und Ostern zusammen".

Buhmann des Tages:
Alejandro Sabella, der argentinische Trainer. Er hat mit seiner Startaufstellung das falsche Signal gesendet. An die Fans, an die Mannschaft, an die Bosnier, vor allem aber an Lionel Messi, der im riesigen Maracana-Stadion tatsächlich klein wie ein Floh wirkte.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Der Katzentisch

Sieht exotisch aus, aber was ist drin, in den Gruppen E und F? Eine Einladung an den Katzentisch...


Die Gruppen E und F kommen mir ein bisschen lahmarschig vor. Da sind zwar Teams wie Frankreich und Argentinien zu finden, aber eben leider auch solche wie Honduras und Ecuador. Abseits der durchaus interressanten Gruppen A, C und D sowie der Hammergruppen B und auch G, fristen diese ein Dasein auf dem Katzentisch. Ich hoffe, ich täusche mich mit dieser Einschätzung, aber bei Teams wie Iran, Bosnien, Ecuador und Honduras vergeht mir ein bisschen der Fußball-Appetit. Vielleicht verhält es sich aber mit diesen Teams so wie mit dem jeweiligen landestypischen Essen: Zuerst graust es einen, wenn man es sieht, dann probiert man und findet es eh nicht schlecht. Daheim erzählt man dann allen, wie toll das Essen war, aber wenn man dann zum Iraner um die Ecke geht, bleibt es meistens auch bei nur einem Besuch.

Meiner Seel, die Gruppe E! Schweiz vor Ecuador, Frankreich und Honduras- wer hätte sich das vor 10 Jahren vorstellen können? Die braven Eidgenossen haben in Sachen Fußballentwicklung fast alles richtig gemacht, in den letzten großen Turnieren eine ordentliche Figur abgegeben und sind obendrein neben Brasilien das einzige Team, das Spanien in den letzten Jahren schlagen konnte. Leider hat es ihnen vor vier Jahren nichts gebracht, denn sie sind trotz Sieg gegen Spanien in der Vorrunde ausgeschieden.

Frankreich hatte 2010 einen Totalausfall zu verzeichnen und schied ebenfalls in der Vorrunde aus. Der dumme Trainer Domenech, der seine Mannschaft nach Sternzeichen aufstellte, und interne Querelen ließen die Franzosen in Südafrika sang- und klanglos untergehen. Bei der Euro vor zwei Jahren gab es eine Rehabilitierung. Les Bleus sind auf dem Weg zurück, aber wohin wird dieser führen? Man müsste wohl Gruppensieger werden, um Argentinien im Achtelfinale zu vermeiden. Ein absolut realistisches Ziel!

Ecuador qualifizierte sich für die WM-Endrunde punktegleich mit Uruguay, das heißt aber wenig. Ecuador ist vielleicht das neue Paraguay - irgendwie dabei, weil in jeder Gruppe vier Mannschaften sein sollen, aber letzten Endes doch als Quoten-Exot, als Fußball-Zwerg.
Doch halt, die Gruppe E hat zwei solcher Exoten zu bieten. Honduras möchte auch mitspielen, so wie beim letzten Mal. Da holten sie gegen die Schweiz sogar einen Punkt! Ob sich das die Eidgenossen ein zweites Mal bieten lassen?

Wer an einem Aufstieg von Frankreich und Schweiz zweifelt, der ist mutig.

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In der Gruppe F steht der zweite große Favorit auf den Titel. Argentinien soll ja so gut sein wie seit Jahren nicht mehr. Sagt wer? Hmm... Maradona vielleicht. Pelé sicher nicht. Die Wettbüros wahrscheinlich, denn die muss man schließlich fragen, wenn man Bescheid wissen will.
Aber mal ehrlich: Der Kader stimmt, der Trainer stimmt diesmal auch. Jetzt muss nur noch Messi das Einhalten, was er nie versprochen hat, aber alle von ihm erwarten: Argentinien zum Titel schießen! Klingt einfach, wird aber sauschwer. Das Achtelfinale ist noch zu meistern, da geht es gegen Frankreich oder die Schweiz. Danach aber könnte schon Deutschland lauern, und das hat in den letzten WMs nicht immer so gut geklappt.

Bosnien und Herzegowina treten als ein Team an, das ist schonmal das erste große Ding. Da wird wieder ge-itscht was das Zeug hält. Ibisevic, Spahic, Pjanic, Hajrovic,... Immerhin: Dzeko. Was ist den Bosniaken zuzutrauen? Dass ihre Fans sich lautstark in österreichischen Städten bemerkbar machen werden. Ansonsten gilt wie für Ecuador und Honduras die Unschuldsvermutung.

Und zwar, weil Nigeria so stark sein wird. So stark wie noch nie. Sie werden zwar gegen Deutschland im Achtelfinale ausscheiden müssen, aber dann werden alle sagen, wie schade das doch war, weil Nigeria, Mann, die haben toll gespielt...
Was in der echten Welt geschieht, wer weiß das schon? Aber Team Nigeria traue ich wieder mal eine richtig gute Vorstellung zu. Dem Iran nicht! Aber Vorsicht! Schurkenstaaten sind nie zu unterschätzen, siehe Nordkorea vor vier Jahren. Ähem...

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Worauf wir uns freuen können:

Die Gruppen E und F sehen nicht arg spannend aus. Aber wir dürfen gespannt sein, in welcher Verfassung die Franzosen sind und wie die Argentinier ins Turnier starten. Argentinien-Nigeria könnte interessant werden. Oder nein, eigentlich nicht...


Was wir lieber nicht sehen wollen:

Muss man sich alle Spiele ansehen? Oder kann man Bosnien gegen Iran oder Honduras gegen Ecuador auch mal auslassen? Ich denke, dass diese Spiele nicht zu unrecht bei uns erst um 24 Uhr zu sehen sind....